Hand aufs Herz – Es braucht nur zwei Hände, um ein Leben zu retten

©Markus Höllerl

Hand aufs Herz – würden Sie ohne zu zögern einen Mitmenschen reanimieren? Jährlich erleiden 12.000 Österreicher einen plötzlichen Kreislaufstillstand – nur sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen können helfen. Diese müssen von medizinischen Laien übernommen werden, bis professionelle Helfer eintreffen. Um Hemmschwellen abzubauen und möglichst schnell reagieren zu können, sollte das Reanimieren immer wieder geübt werden. Am 22. September 2018 wird in Wels mit insgesamt 12.000 Teilnehmern im ganz großen Stil trainiert. Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, gehen die Initiatoren der Aktion „Hand aufs Herz“ außergewöhnliche Wege.

Mit einer Facebook‐Challenge versucht man, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Laienreanimation zu heben und zugleich Teilnehmer für den Weltrekordversuch zu gewinnen. Wie bereits bei anderen Facebook‐Challenges – man erinnere sich an die Ice‐Bucket‐Challenge – werden Einzelpersonen oder Teams per Videobotschaft herausgefordert, eine Leistung für einen guten Zweck zu erbringen. Im Falle des Weltrekordversuchs hat jeder die Möglichkeit, sich selbst beim Üben von Herzdruckmassagen zu filmen, zu bestätigen, dass er am Weltrekordversuch im gleichzeitigen Reanimationstraining am 22. September in Wels teilnimmt, und einen weiteren Teilnehmer durch eine Nominierung herauszufordern. Die auf Facebook geposteten Videos sollen möglichst oft geteilt werden, um die Wichtigkeit der Botschaft zu verbreiten und weitere Teilnehmer für die Aktion zu gewinnen. Ob an einer richtigen Reanimationspuppe, an einem Stofftier oder einem Polster – das überlebenswichtige Drücken am Brustkorb kann in diesem Fall überall trainiert werden. Wichtig ist, dass nicht an Personen geübt wird! Nimmt der jeweils Nominierte die Herausforderung nicht an, muss er als Ersatz drei weitere Teilnehmer am Weltrekordversuch stellen.

Warum die sofortige Hilfe durch Laien eine so große Rolle in der Reanimation spielt, zeigen folgende Zahlen: „Der plötzliche Herztod gilt in der westlichen Welt als dritthäufigste Todesursache. Statistisch erleidet jeder zehnte Mensch einen außerklinischen Herzstillstand“, erklärt Fritz Firlinger, Leitender Notarzt des OÖ Roten Kreuzes. „Von den 12.000 Österreichern, die im Laufe eines Jahres einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, versterben etwa 10.000. Mehr als 1.000 davon könnten zusätzlich gerettet werden, wenn mehr Laien sofort nach dem Herzstillstand mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen würden.“ Der Rettungsdienst erreicht den Patienten im Durchschnitt nach frühestens acht bis elf Minuten. „Das Gehirn nimmt bereits nach drei bis fünf Minuten bleibenden Schaden“, streicht Firlinger die Wichtigkeit einer umgehenden Laienreanimation heraus. Firlinger betont: „Es gibt keine falsche Erste Hilfe, außer jene, die unterlassen wird!“

Um beim Weltrekordversuch am 22. September um 16.30 Uhr auf der Trabrennbahn am Welser Messegelände mit dabei zu sein, ist vorab eine Anmeldung auf www.handaufsherz.co.at erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos und wird durch ein buntes Rahmenprogramm sowie eine Rekordparty samt Ö3‐Disco belohnt. „Hand aufs Herz“ ist eine Gemeinschaftsaktion von Klinikum Wels‐Grieskirchen, MISCH Consult, Roraco, Stadt Wels (Messe Wels), Verein PULS, Wels Marketing und Touristik GmbH und K24 Technik & Vertrieb GmbH.

So funktioniert die Facebook‐Challenge:

  1. Machen Sie ein Video von sich selbst beim Üben von Herzdruckmassagen (z. B. an einer Reanimationspuppe, an einem Stofftier oder Polster etc.) und bestä´ätigen Sie Ihre Teilnahme am Weltrekordversuch (anmelden nicht vergessen)!
  2. Nominieren Sie weitere Teilnehmer mit dem Hinweis, wenn die Herausforderung nicht angenommen wird, drei weitere Teilnehmer zum Weltrekordversuch stellen zu müssen!
  3. Posten Sie das Video auf Facebook mit dem Hashtag #handaufsherzwels