Preisanstieg bei Immobilien in Oberösterreich hält an

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Die Immobilienpreise in Oberösterreich steigen weiter, zum Teil sehr stark. Niedrige Zinsen, eine boomende Wirtschaft und Baulandverknappung tragen dazu bei, dass Eigentumswohnungen, Baugrundstücke, Geschäftsräume und Wohnungsmieten auch 2017 teils empfindlich teurer wurden.

„Eigentumswohnungen – ob gebraucht oder Erstbezug – sind am oberösterreichischen Immobilienmarkt nach wie vor sehr gefragt“, so Mario Zoidl, Obmann der oö. Immobilien und Vermögentreuhänder, anlässlich des heute präsentierten österreichweiten Immobilienpreisspiegels. Der Preisanstieg ist aufgrund der großen Nachfrage der letzten Jahre nun auch in mäßigen Lagen in den Städten deutlich spürbar. In manchen Gebieten und Städten zwar nicht mehr so stark wie vor einigen Jahren, jedoch speziell in guten Lagen mit gutem Wohnwert steigen die Preise stärker. Bei den Neubauwohnungen ist, speziell im Bereich von sehr guten Wohnlagen, eine hohe Bereitschaft, auch mehr zu bezahlen nach wie vor gegeben. Stark ist der Preisanstieg z.B. im Bezirk Freistadt zu spüren: Hier stieg der Preis für eine neue Eigentumswohnung in normaler Lage von 1.450 auf 1.662 Euro pro m2, ein Anstieg von 14,6 Prozent. In Gmunden (normale Lage) stieg der Preis von 1.501 auf 1.652 Euro pro m2 (10 Prozent).

Baugrundstückspreise entwickeln sich in Oberösterreich aufgrund der Baulandverknappung in sämtlichen Bereichen (mäßige bis sehr gute Wohnlage) stark nach oben. Wiederum sind hier in den Bezirksstädten starke Steigerungen spürbar. In den grenznahen Gebieten wie Braunau (66 Euro,    +25,3 Prozent), Schärding (39 Euro, +22,3 Prozent) und auch in Grieskirchen (44 Euro, +33,2 Prozent) sind die Preise am stärksten gestiegen. Am teuersten sind Baugrundstücke in Linz (220,8 Euro) und am billigsten im Bezirk Rohrbach mit 32 Euro.

Betriebsgrundstücke am Land um die Bezirkshauptstädte stiegen am stärksten, was Mario Zoidl auf die sich erholende Wirtschaftssituation zurückführt. Reihenhäuser in mäßiger Wohnlage in sämtlichen Wohnwertbereichen wie z.B. in den Regionen Braunau, Gmunden, Linz-Land, Urfahr-Umgebung und Wels-Land sind im Preis höher gestiegen als im restlichen Bundesland. Es kann auch mit der Baulandverknappung und dem hohen Preisniveau zusammenhängen, dass auch Bereiche in nicht so guten Lagen für Bauträger interessant werden.

Büromarkt ist wieder erwacht

Nach Jahren eines eher schlafenden Büromarktes sind in Oberösterreich nun wieder starke Anstiege in sämtlichen Nutzwertkategorien und allen Bezirken – ausgenommen Perg und Steyr-Stadt – spürbar. Das lässt darauf schließen, dass sich die Wirtschaft bereits wieder erholt hat und somit auch den Büromarkt ankurbelt. In Bezug auf Geschäftsliegenschaften zeigt sich nach wie vor die Situation, dass sich in 1a-Lagen als auch in 1b-Lagen die Mieten relativ stark nach oben bewegen, z.B. bei sehr gutem Nutzungswert in Linz +10,7 Prozent, in Gmunden +9,4 Prozent und Vöcklabruck +9,1 Prozent. Nebenlagen entwickeln sich eher seitwärts bis leicht steigend.

Die Wohnungsmieten im Bundesland steigen speziell in den Bezirksstädten mit guter Infrastruktur stark an. Zu bemerken ist, dass dies in allen Wohnwerten spürbar ist. Bei Mietwohnungen, für welche die Mietzinsobergrenzen gem. § 16 Abs 2 Mietrechtsgesetz nicht gelten, stiegen die Preise für Wohnungen über 60 m2 in der Landeshauptstadt bei sehr gutem Wohnwert z.B. um 9,4 Prozent, in Vöcklabruck um 9,2 Prozent und in Gmunden um 8,2 Prozent. Am geringsten stiegen die Mieten im Bezirk Wels-Land um 5,6 Prozent und in Steyr-Land um 6 Prozent.